Von Moods und wo man sie findet

Ein großer Bestandteil eines jeden Projekts ist die sogenannte „Director’s Interpretation“ (kurz DI) – die Umsetzungsinterpretation einer vorliegenden Idee für einen Film.

Nach wie vor interessiert es mich brennend wie viele Regisseure diese selbst schreiben und wie viele sie von sogenannten Ghostwritern erstellen lassen. Ich gehöre zu der Kategorie, die selbst schreiben, da für mich diese Konzeptphase der Grundstein eines Projektes ist und die Herangehensweise und Umsetzung maßgeblich definiert. Ob der Aufwand in Relation steht, diskutiert man oft mit anderen Regisseuren – findet sie doch zumeist in der Pitchphase statt und ist somit unbezahlt. 

Ein großer Bestandteil der DI sind die „Moods“ (Bilder, die eine erste Idee der zu vermittelnden Stimmung geben sollen). Neben den Ghostwritern für textliche Bestandteile hat sich hier eine eigene Berufsgruppe für das Suchen nach genau den richtigen Bilder gebildet: die Moodscouts. Diese suchen quasi unentwegt nach Bildern, die die Stimmung innerhalb von eben z.B. DIs zu unterstreichen. Viele versuchen hierbei oft ein schönes visuelles Bild aus einem Kinofilm zu finden, da oft die Richtung nach Cineastischen Bildern gewünscht wird. Ihr wisst schon, ein Bild sagt dann eben doch mehr als weit über 1.000 Wörter einer durchschnittlichen DI und so bekommen Agentur und Kunde einen besseren Eindruck davon, wie der Regisseur den künftigen Film umsetzen würde. 

Viele Mappen haben mittlerweile einen hohen visuellen Anspruch und sehen dabei großartig designed aus. Nichtsdestotrotz kommt es natürlich immer mal wieder dazu, dass man das ein oder andere Bild selbst raussucht. Um den typischen „Stock-Look“ von Getty Images etc. zu vermeiden, die oft eine ganze Mappe unkreativ wirken lassen, suche ich schon lange nach immer wieder neuen Alternativen. Die Plattform Tumblr hat beispielsweise geniale Kreativleistungen, allerdings zumeist in sehr schlechten Auflösungen. Manche versuchen auch ihr Glück bei Pinterest und legen sich hier umfangreiche Ordner an. Diese füllen sich zwar schnell, sind aber auch eher zu Inspirationszwecken geeignet und da diese von vielen benutzt werden passiert es auch oft das in DI’s die gleichen Moods gefunden werden. Ein Kreativer hat mich mal darauf angesprochen, dass er oft ähnliche Bilder in unterschiedlichen DI’s findet. Die Debatte um Bildrechte und kreatives Eigentum mache ich an dieser Stelle besser nicht auf. Die Suche geht also weiter.

Ich möchte euch gerne eine Plattform vorstellen, bei der ich in letzten Zeit immer mal wieder auf der Suche nach passenden Moods fündig geworden bin: unsplash.com. Hier wird mit ausgewählten Fotografen zusammengearbeitet und eben dies sieht man auch. Und das Allerbeste: Die Fotos werden zur freien Verfügung gestellt – sie dürfen frei genutzt werden (natürlich ist die kommerzielle Verbreitung eingeschränkt), haben einen sehr hohen visuellen Anspruch und sind in guter Auflösung vorhanden. Es wird noch besser: In regelmäßigen Abständen kommen neue Kollektionen raus, wie z.B. diese hier: https://unsplash.com/collections/762960/dark-and-moody, die einfach eine bestimmte Stimmung transportiert. Für meine Arbeit also ideal!

Habt ihr weitere Plattformen, die sich zur Moodrecherche anbieten? Dann immer her damit!

cheers

Justus