Mixed Realities. Virtuelle und Reale Welten in der Kunst

Mittlerweile gehe ich oft in Museen und Ausstellungen. Zum Einen, weil es mich interessiert und zum Anderen, weil ich dadurch Inspiration für meinen Job bekomme und mich auf diese Art weiterbilden kann. Diese Einstellung gegenüber Museen und Kunst hatte ich nicht immer, sondern sogar erst sehr spät. Früher musste mich meine Mutter wortwörtlich in ein Museum schleifen, damit ich mir eine Ausstellung überhaupt anschaue. Das Ganze wurde damals immer so schnell wie möglich abgehandelt und irgendwie hab ich darauf hin Museen immer mit Räumen der Langeweile verbunden. In den letzten Jahren habe ich immer mehr Interesse daran gefunden und muss nun meine Freundin mit ins Museum schleifen, die wahrlich nicht mit immer mit Begeisterung dabei ist.

Nun habe ich von der Austellung "Mixed Realities. Virtuelle und Reale Welten in der Kunst" im Kunstmuseum in Stuttgart gehört. ICH VERSUCHE ALLE MÖGLICHKEITEN, BEI DENEN ICH EINE VR ODER AR EXPERIENCE ERLEBEN KANN, WAHRZUNEHMEN. ZUM EINEN NATÜRLICH AUCH UM DIE TECHNIK UND MACHART ZU ERFAHREN, ABER ZUM ANDEREN - UND DAS FINDE ICH MOMENTAN mindestens GENAU SO SPANNEND - WIE DIE Menschen DaRAUF REAGIEREN UND MIT DIESEM MEDIUM UMGEHEN. NORMALERWEISE SIND DAS IN LETZTER ZEIT BEISPIELE WIE VOM ADAC, BEI DENEN MAN AUF EINEM MOTORRAD SITZT UND DURCH DEN STRASSENVERKEHR FÄHRT oder Installationen wo man sich geplante Häuser von innen anschauen kann. Deswegen war es für mich um so spannender nun erstmalig virtuelle Kunstwerke zu beobachten.

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NATÜRLICH KÖNNEN KÜNSTLER SICH SCHON IN PROGRAMMEN WIE "TILT BRUSH" AUSLEBEN, JEDOCH LEUTE ZU SEHEN UND WIE SIE AUF KUNST IN VR UND AR REAGIEREN UND ES IN EINEM MUSEUM ERLEBEN, WAR EINE VÖLLIG NEUE ERFAHRUNG FÜR MICH.

MAN KONNTE kleine Kinder SEHEN, DIE VERSUCHTEN VORSICHTIG ÜBER BAUMWURZELN IN EINEM WALD ZU GEHEN UND DEN LEEREN RAUM UM SICH HERUM VERGESSEN HABEN. Eines davon wollte die Brille gar nicht mehr abnehmen und hat gestaunt, gelacht und wieder gestaunt. ÄLTERE MENSCHEN, DIE SICH, DA ES SICH UM KUNST HANDELT, DAS ERSTE MAL AUF EIN HEADSET (HMD) EINGELASSEN HABEN UND AUS DEM STAUNEN NICHT MEHR HERAUSKAMEN, ALS MAN SICH IN DEM WERK "MÉLODIE MOUSSET, HANAHANA, 2016" WIE IN EINEM GEMÄLDE VON DALI GEFÜHLT HAT. ABER AUCH SPANNENDE AR PROJEKTE HABEN ZU EINER ÄHNLICHEN BEGEISTERUNG GEFÜHRT.

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Und um jetzt noch einmal auf das kleine Kind zurück zu kommen, welches ganz fasziniert in der VR Welt umher gelaufen ist: Genau dieses Kind habe ich dann auch noch mal in der Otto Dix Ausstellung drei Stockwerke tiefer gesehen. Es ist an den Werken von Otto Dix einfach vorbei gegangen und war davon wenig begeistert. Und genau in diesem Moment habe ich mich wiedererkannt. Es ist genau wie ich damals, oder meine Freundin jetzt, einfach nur durch gerannt. WIE MAN DIESES EREIGNIS NUN BEURTEILT, IST GLAUBE ICH JEDEM SELBER ÜBERLASSEN. Ich sehe in VR und AR die Möglichkeit, Kinder leichter an die Kunst heran zu führen. Weil genau wie dieses kleine Kind wäre ich damals auch nicht aus dem Staunen raus gekommen und hätte wahrscheinlich ein Museum mit einem tollen VR Erlebnis in Verbindung gebracht und dadurch mehr Interesse an Museen entwickelt.